
Der Natur- und Vogelschutzverein Münchenstein hat diese Reise organisiert und in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzverein Arlesheim, dem Natur- und Vogelschutzverein Birsfelden und dem Naturschutzverein Muttenz ausgeschrieben.
Samstag 1. Juni, sieben Uhr.
Am Meret Oppenheim-Platz, also hinter dem Bahnhof SBB, erwartet uns der komfortable Reisebus der Firma Claus Stockburger, Schopfheim. Begleitet von einem leichten Regen treffen nach und nach 22 TeilnehmerInnen ein (Davon sieben vom NVVB). Der überaus freundliche und hilfsbereite Chauffeur Erhard Ruch hilft uns beim Verladen der Koffer und Taschen. Da wir mit einem deutschen Reisebus unterwegs sind, müssen wir aus gesetzlichen Gründen zunächst über Deutschland fahren. Also geht’s über Weil nach Rheinfelden und von da auf die Schweizer Autobahn. In Deitingen nehmen wir unseren letzten Gast auf. Inzwischen regnet es kräftig, und am Himmel zeigen sich schwarze Wolken. Davon lassen wir uns aber nicht beeindrucken. Wir fahren in guter Stimmung über Bern, Montreux, St. Maurice, Sion nach Salgesch. Nach St. Maurice hört der Regen unvermittelt auf, und die Strasse ist trocken.
Im Hotel Rhone in Salgesch trinken wir Kaffee, packen unsere Spektive aus, und die Pessimisten unter uns ziehen Regenkleidung an. Dann marschieren wir in zwei Gruppen los: Peter Jascur übernimmt mit seiner Gruppe die Spitze, Fredy Madörin folgt mit der zweiten Gruppe. Wir wandern, begleitet von Mönchs-, Garten- und Klappergrasmücken-Gesang, durch den Rebberg hinunter an den Rotten und diesem entlang flussaufwärts. Mitten im Pfyn-Finges-Naturschutzgebiet, an einem am Fluss gelegenen Picknickplatz – die Landschaft könnte hier einem Bild Alexandre Calames entsprungen sein – machen wir einen Mittagshalt, umschwärmt von tieffliegenden, jagenden Mauerseglern. Nach einer kurzen Wegstrecke sind wir wieder bei unserem Reisebus.
Wir fahren zum Golfplatz im Leukerfeld. Hier steigen wir aus. Wir wandern zunächst einer wenig befahrenen Strasse entlang: rechts der von Hecken begrenzte Golfplatz, links grosse Stein- und Sandhaufen der Kieswerke. Hier gibt es bereits einiges zu entdecken, beispielsweise Steinschmätzer, Braun- und Schwarzkehlchen. Die Wolken am Himmel werden wieder dunkler. Nun holt uns von Westen her der Regen ein. Auch die Optimisten müssen nun ihre Regenkleider anziehen. Nun kommen wir wieder ins Naturschutzgebiet. Bei den Weihern hören wir die Nachtigall. Von einem Halbinselchen im östlichsten Weiher aus entdecken wir zwei Nachtreiher und einen Purpurreiher. Von der Beobachtungshütte und vom Beobachtungshügel aus sehen wir zwei Graureiher und … endlich die Bienenfresser. Sie sind offensichtlich vor dem Regen in ihre Brutröhren geflüchtet. Sie zeigen uns ihre prächtig farbigen Köpfchen. Einzelne wagen einen Ausflug auf einen nahe gelegenen Baum. Der nun heftige Regen veranlasst uns aber auf weitere Beobachtungen zu verzichten. Wir wandern, begleitet von Feldlerchengesang, in Richtung Lerchenhof, wo uns der Bus erwartet.
Der Chauffeur bringt uns nach Brig ins Hotel Good Night Inn. Hier ist alles für uns vorbereitet, und wir können rasch unsere komfortablen Zimmer beziehen. Auf Wunsch aller treffen wir uns am Abend im Foyer des Hotels und gehen gemeinsam zur nahegelegenen „Pizzeria Channa“. Beim gemütlichen Nachtessen und mit lebhaften Gesprächen lassen wir den Tag ausklingen.
Sonntag 2. Juni, 7 Uhr.
Die ersten Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen zum Frühstück. Um 8 Uhr sind alle beim Bus. Koffer und Taschen werden verladen. Alle (oder fast alle) haben gut geschlafen und sind ausgeruht. Und das Wetter? Grosse weisse Wolken, stellenweise blauer Himmel – kühl – kein Regen!
Wir fahren nach Leuk. Hinter Leuk Stadt zweigt die Strasse nach dem Bergdorf Albinen ab. Sie wird manchmal sehr eng. Unser Chauffeur meistert das aber hervorragend. Auch hilft uns das Glück, denn erst kurz vor Albinen, wo die Strasse bereits wieder etwas breiter ist, begegnet uns ein Postauto, das ins Tal fährt.
Wir steigen aus und machen uns für die Wanderung bereit. Wir bilden wiederum zwei Gruppen. Der Reiseleiter geht voraus, er hat ja den Weg im Voraus erkundet. Die Sonne löst die noch vorhandenen Wolken nach und nach auf, letzte Nebelschwaden ziehen an uns vorbei. Nach knapp einer Stunde erreichen wir auf 1463 müM fast den höchsten Punkt. Es ist ein breites Plätzchen von dem aus wir einen herrlichen Ausblick ins Tal und auf die umliegenden Gipfel haben. Ihre Spitzen sind noch alle mit Schnee bedeckt. Hier machen wir Znünipause. Dann wandern wir weiter durch das Waldbrandgebiet. Zwischen kahlen Baumstämmen, wachsen bereits wieder erste Büsche. Von den in diesem Gebiet gegen 50 beobachteten Vogelarten seien stellvertretend Schwarzspecht, Tannenhäher, Mönchsmeise, Berglaubsänger, Gartenrotschwanz und Gimpel erwähnt. Eine Gruppe entdeckt sogar einen Steinrötel, die andere sieht ganz kurz eine Zippammer.
Alle Fotos von der Exkursion findet ihr in unserer Fotogalerie hier! Die Artenliste findet ihr hier!
Nun beginnt der Abstieg. Eine kurze, kritische Stelle bewältigen wir mit Bravour. Alle kommen heil herunter. Vor dem Bergdorf Guttet machen wir nochmals eine Pause. Die Stimmung ist prima, denn jetzt bescheint uns die Sonne, aber es ist nicht zu heiss. Wir steigen weiter über Brunnen und Rotafen ab. In diesem kleinen Weiler feiern einige Dutzend Walliser ein Fest. Wir schlängeln uns am Raclette- und Grillstand vorbei und gelangen zur Hohen Brücke. Wir sind nun fast 500 m abgestiegen, und einige Teilnehmer spüren ihre Beinmuskeln. Hier wären eine lange Pause und das Mittagspicknick vorgesehen. Der Reiseleiter bestellt den Bus.
Leider blockieren die parkierten Autos der kleinen Festgemeinde auf Rotafen die Strasse, so dass unser Bus keinen Parkplatz mehr findet. Wir müssen deshalb die Mittagspause abbrechen und einsteigen. Der Chauffeur bringt uns zur Satellitenbodenstation. Die meisten bleiben im kleinen Restaurant sitzen. Einige steigen nochmals den Hang hoch, um Vögel zu beobachten.
Um 15.00 Uhr treten wir die Heimreise an. Geplante Ankunft: 18.00 Uhr. Nach St. Maurice kommt die erste Hürde. Die Polizei holt unsern Bus von der Autobahn: Kontrolle! Es ist alles in Ordnung und nach einer halben Stunde geht es zügig weiter über Montreux, Fribourg und Bern. 30 km hinter Bern, zwischen Kriegstetten und Derendingen, geraten wir in einen Mega-Stau. Eigentlich wollte eine Teilnehmerin bei der Raststätte Deitingen aussteigen. Wir entscheiden uns, die Autobahn bei der Ausfahrt Luterbach in Richtung Solothurn zu verlassen. Bei einer MacDonald Raststätte verlässt uns unsere Kollegin. Wir fahren auf der Hauptstrasse über Wangen an der Aare, Balsthal, Langenbruck, Waldenburg und Liestal.
Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern und natürlich unserm Chauffeur ist ein grosses Lob auszusprechen, denn alle bleiben ruhig und gelassen, ja geniessen die herrliche Fahrt durch den Jura. Das letzte Autobahnstück von Augst nach Basel meistern wir problemlos. Um 21.30 Uhr, also mit 3½ Stunden Verspätung, kommen wir in Basel auf dem Merret Oppenheim-Platz an. Damit gehen zwei schöne und ereignisreiche Tage zu Ende.
Bericht: Kurt Waldner vom Natur- und Vogelschutzverein Münchenstein
Schreibe einen Kommentar