Am 8. November 2018, wurde der Birsfelder Bevölkerung das überarbeitete Projekt der Zentrumsentwicklung vorgestellt, alle details darüber findet ihr hier

→ Zentrum Birsfelden (Stand, Nov. 2018)

Der erste Eindruck ist, dass man die wichtigen ökologischen Anliegen der „Natur im Siedlungsraum“

– extensive Blumenwiesen
– Ruderalfläche (Trockenbiotop neben der alten Turnhalle und der dortigen Mehl- und Feldermauskolonie)
– einheimische Sträuchern
– Dach- und Fassadenbegrünung
– Vernetzung von Lebensräumen
– Grünkorridor Birs-/Rheinachse

und deren ökologische Aufwertung auf Seite des Gemeinderates und Planern ernst nimmt.

Doch wurde der Wert der bestehenden Bäume erkannt?

Ein grosses Manko bleibt – aus Sicht der Biodiversität und der Ökosystemleistungen des bestehenden Baumbestandes. -, der Verlust vieler dieser älteren Bäume:
Denn 65 Baumfällungen sind geplant!

Eine Baumbilanz: Von Total 89 der bestehenden Bäume würden 65 Bäume gefällt, 24 würden erhalten bleiben und 56 Ersatz-/ Neupflanzungen sind geplant.

2 schützenwerte Stiel-Eichen Zentrumsplatz - Mai 2018 (© NVVB)
Schützenswerte Stiel-Eichen

Gerade die Baumgruppe mit den zwei mächtigen Stiel-Eichen im Zentrum, wie auch die Zentrum-Winterlinde, würden in ihrer Einheit, so der Neugestaltung zum Opfer fallen. Zwar sieht das Projekt vor, dass die eine der beiden Stiel-Eichen und auch die Winterlinde bestehen bleibt. Doch ob die, die stehen bleiben darf, dann die Bauzeit unbeschadet übersteht od. so nah an der Fassade, den zukünftigen Bauherren genehm ist  -, bleibt fraglich?!

Es sind Ersatzpflanzungen geplant, doch bis diese den ökologischen Wert dieser wertvollen und schützenswerten Bäume erreichen, würde es mehre Jahrzehnte gehen und das gerade in Zeiten des Klimawandels.

Fazit: Die alten Eichen könnten nicht gleichwertig ersetzt werden.

Diese Baumgruppe wird im Naturinventar Birsfelden (2016) wie folgt beschrieben

Ausserordentlich wertvoll und absolut zu schützen sind die zwei mächtigen Stieleichen, die eine natürliche Pforte zum Grünkorridor Zentrum – Rhein bilden, sowie – in einem etwas geringeren Mass – die unmittelbar davor stehende Zentrumslinde (Kreuze auf dem Plan). Eichen bieten von allen heimischen Baumarten der grössten Zahl Tiere Lebensraum und Nahrung und gelten in allen Kulturen ihres Verbreitungsgebietes als heilige Bäume. Die Zentrumslinde steht seit Jahrhunderten hier und prägt das Ortsbild von Birsfelden mit. Der jetzige Baum wurde als Ersatz gepflanzt für die alte Linde, die bei Bauarbeiten stark verletzt wurde. Der Baumbestand hat einen sehr grossen ökologischen Wert als Lebensraum. Insbesondere die zwei alten Eichen können nicht gleichwertig ersetzt werden.

Eine detailierte Stellungsnahme aller der in der Überarbeitung erfolgter Veränderungen in Sache „Natur im Siedlungsraum“ folgt nach Prüfung der Unterlagen


Heutige Naturwerte Zentrumsplatz Birsfelden, 2018
Heutige Naturwerte Zentrumsplatz Birsfelden, 2018
Geplantes neues Zentrum Birsfelden: Der Wert der Bäume

2 Gedanken zu „Geplantes neues Zentrum Birsfelden: Der Wert der Bäume

  • 21. November 2018 um 16:27
    Permalink

    Ich gebe zu, dass die Planer sich bemüht haben, das Projekt zu verbessern. Aber rund 2 Drittel des schönen Baumbestandes zu vernichten, dünkt mich fast kriminell. Auch diese Bäume sind ein Bestandteil und ein Wert von Birsfelden – ein Wert der unseren Kindern vielleicht mehr bedeutet und für sie gesünder ist, als eine schöne Flaniermeile. Auch dank des üppigen Grüns identifiziert man sich mit Birsfelden und wohnt gerne hier. Wir kritisieren andere Länder zu Recht wegen der Abholzung der Urwälder. Um so mehr sollten wir zu unseren eigenen Naturgütern Sorge tragen. Klar sind Neupflanzungen vorgesehen. Doch können selbst mehrere junge Bäume die ökologischen Leistungen und die energetische Präsenz eines grossen alten Baums niemals ausgleichen.
    Ausserdem: wenn wir jetzt das verfügbare Areal völlig überbauen, wieviel Gestaltungsspielraum bleibt dann unseren Nachkommen noch?

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    • 22. November 2018 um 13:00
      Permalink

      Lieben Dank Elisabeth für deine treffenden Worte.

      Der ökologische Wert des bestehenden Baumbestandes im Zentrum, wurde auch aus Sicht unseres Vereins zu wenig Beachtung geschenkt. Dabei ist längst bekannt, welche Ökosystemleistungen diese Bäume für uns alle haben.

      Uns ist auch klar, dass bei Bauvorhaben niemals alle Bäume gerettet werden können, doch eine Planung die auf die ökologisch-wertvollsten Bäume eingeht und mit ihnen plant, lässt viele Möglichkeiten offen, um diesen Bäumen gerecht zu werden. Auch bei Ersatzpflanzungen muss dem ökologischen Wert des gefällten Baumes rechnunggetragen werden, was soviel heisst, dass man bei der Artenauswahl diesen ökologische Werte aufnimmt.

      Hier kann man das sehr gut nachlesen: 

      Der ökologische Wert von Stadtbäumen für die Biodiversität

      Antworten

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