Früh morgens fand sich eine Gruppe von einem Dutzend Vogelfreunden am Bahnhof SBB ein und freute sich neugierig auf die Tagesexkursion nach La Sauge. Die Reise verlief wie geplant, bis es in Ins nicht für alle Platz hatte im Büslein an den Neuenburgersee. Aber kurzerhand fand der wendige Buschauffeur eine Lösung und fuhr zweimal hintereinander hin. Unbeeindruckt vom kleinen Zwischenfall marschierten wir los in Richtung Damm – hinaus in den See. Aber schon hielt uns ein Kornelkirschenstrauch auf mit seinen reifen schwarzen Früchten, die einen herben, aber feinen Nachgeschmack im Mund zurückliessen. Gerade nebenan stand eine riesige Platane, eine Kreuzung zwischen eine amerikanischen und südeuropäischen Art, die um 1700 entstanden ist, und von der niemand weiss, wie alt sie werden kann.

Dann ging es zügig hinaus zum Damm. Unterwegs überraschten uns 5 Hohltauben im Flug (Hohl-Taube, weil sie eine Höhlenbrüterin ist) und 3 Turteltauben. Die Freude war gross. Auch Kleinvögel flatterten hin und her, z.B. Grauschnäpper, die ich besonders gerne mag. Wir wanderten dem Ende des Damms entgegen und fanden einen quirligen, sehr kleinen Watvogel, der auf den Steinen futterte. Es war für mich eine wunderschöne, lange Beobachtung, und all die umherstehenden Ornithologen einigten sich auf einen Zwergstrandläufer. Begeisterung! Ein riesiger Pulk Kolbenenten ruhte auf dem Wasser und flüchtete panikartig in die Luft. Bei der Mittagsrast schien eine heisse Spätsommersonne vom Himmel, und bald verzogen sich Einige zurück in den Schatten. Wir zweigten ab in den Wald, um einige botanische Raritäten zu suchen, die wir dann auch gebührend bestaunten: vorne weg der seltene Lungenenzian mit seinem leuchtenden Blau, aber u. a. auch den grossen Wiesenknopf, den Teufelsabbiss und den Spargel, die es allesamt gern feucht haben. Auf der angrenzenden Streuwiese sahen wir vom Beobach- tungsstand aus das Schwarzkehlchen.

Zurück in La Sauge wechselten wir auf die andere Kanalseite und marschierten zügig dem grossen Stand entgegen mit den vor gelagerten Neuenburger und Berner Vogelinseln. Dort konnten wir die prächtige Rohrweihe beobachten, eine stattliche Anzahl Grosser Brachvögel und zig Kormorane und Mittelmeermöwen, auf dem Feld einen Silberreiher. Wir begegneten etwa 50 Vogelarten. Gemächlich gingen wir zurück zum Naturschutzzentrum und stillten dort Durst und Hunger und liessen Beine und Füsse ausruhen – Kopf und Augen auch.

Müde, aber voll schöner Erinnerungen an die Vogel- und Pflanzenwelt dieser herrlichen Gegend traten wir die Heimfahrt an, eine Reibungslose. (Bericht: Silvia Frey)

Exkursionsbericht: Fanel 9. September 2012
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